Beifallssturm für den Musikverein Uelsen

Beifallssturm für den Musikverein Uelsen

Von Jörg Leune

Ein bewegendes Weihnachtskonzert hat der Musikverein Uelsen am Sonnabend in der altreformierten Kirche in Emlichheim gegeben. Rund 1000 Zuschauer erlebten einen rundum gelungenen Abend.

Emlichheim/Uelsen. Der Einladung zum traditionellen Weihnachtskonzert des Musikvereins Uelsen in der altreformierten Kirche Emlichheim waren am Samstagabend wieder etwa 1000 Zuhörer gefolgt. Die Plätze in der Kirche reichten kaum aus. Da aber der Musikverein nicht nur ein hervorragendes Blasorchester ist, sondern auch über einen treuen Helferstamm verfügt, gelang es den Betreuern, all die vielen Menschen im Kirchenrund unterzubringen. Wie in jedem Jahr war der Ablauf so geplant, dass nicht nur weihnachtliche Melodien erklangen, sondern dass – so wie Weihnachten am Jahresende steht – das Programm auf Weihnachten zulief. Abwechselnd erklangen Sätze des Bläserensembles und Beiträge der „Gaststars“ Elina und Alina. In diesem Jahr hatte der Musikverein wieder den schmerzlichen Verlust eines Mitglieds zu beklagen. Im Gedenken an die verstorbene Posaunistin Gitta Kronemeyer, Schwester der Dirigentin Helga Hoogland, spielte das Orchester die Titel „Stand alone“ und „Harmony“. Elina und Alina widmeten ihr „Philadelphia“, Friedel Oelerink las die Geschichte „Liebe, die nicht stirbt“ und Pastor Fritz Baarlink sprach würdige Gedenkworte. Intensive Probenarbeit Auch nach fast 25 Jahren ist man immer wieder von Neuem erstaunt über die Qualität dieses Klangkörpers. Der geht natürlich intensive und gelegentlich harte Probenarbeit voraus, von der man in den Dankesworten zweier Orchestermitglieder einen Eindruck bekam. Aber das Ergebnis kann sich eben auch wunderbar hören lassen. Helga Hoogland übersetzt beim Dirigieren jede Feinheit der Partitur in differenzierte Handbewegungen, und die Musiker folgen ihr gewohnt präzise. Blech und Holz lösten einander gekonnt ab. Die sechsköpfige Perkussionsgruppe zeigte eine ebenso feine Abstimmung wie die Bläser. Bei jedem Stück war es eine Freude, dem Klang zu lauschen. Besonders gut gelangen die Medleys, in denen sich der Gesamtklang von einer Sequenz zur anderen ändert. So hörte man diesmal ein feines „Jackson Five Medley“ und fetzige Variationen über „O Tannenbaum“. Einen Höhepunkt stellte die Komposition „Feeling Good“ dar, in der der „Jugend-musiziert“-Preisträger Jannik Janzen wunderbar weiche Soli auf dem Baritonhorn hören ließ. Aber dann waren da eben auch noch Elina und Alina. Die Interpretation internationaler Popsongs der beiden Achtzehnjährigen stand qualitativ den Vorträgen des Orchesters kaum nach. Alina Hindriksen begleitete Elina Feichos Gesang wunderschön inspirierend auf dem Keyboard. Elina erhielt nach anfänglicher Nervosität, die vielleicht dem Riesenpublikum geschuldet war, von Stück zu Stück stärkeren Beifall. Ihre am Soulgesang orientierte Stimme offenbarte die Fähigkeit zu musikalischer Dramatik und hoher Emotionalität. Bei Jeff Buckleys bekanntem „Hallelujah“ motivierten die beiden das Publikum zum Mitsingen des Refrains. Zuhörer stimmen ein Überhaupt ist das ja ein Markenzeichen der Musikvereins-Weihnachtskonzerte, dass das Publikum einbezogen wird. Schon zu Beginn des Konzertes sangen alle Anwesenden „Tochter Zion“, und das abschließende gemeinsame „O du fröhliche“ sorgte wieder dafür, dass die Zuhörer die Kirche beglückt verließen. Beifall und Blumen beschlossen diesen herrlichen Abend, und das große Publikum konnte nicht anders, als sich zum Dank zu erheben. Helga Hoogland nahm diesen Dank offensichtlich bewegt entgegen.

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