Liebhaber (fast) jeden Musikstils kamen auf ihre Kosten

Liebhaber (fast) jeden Musikstils kamen auf ihre Kosten

„1. Uelsener Musiknacht“ wird zu einem grandiosen Erfolg – Benefiz-Aktion für den Rotary-Club Uelsen-Coevorden

Von Jörg Leune – Uelsen. Die „1. Uelsener Musiknacht“ ist am Freitagabend für Veranstalter und Musiker zu einem großen Erfolg geworden. Insgesamt traten von 19.30 Uhr bis Mitternacht elf Ensembles an elf verschiedenen Orten auf.

19.30 Uhr: Die reformierte Kirche ist rappelvoll. Mit den noch Hereindrängenden mögen es über 800 Menschen sein, die bei der „1. Uelsener Musiknacht“ dabei sind. Der Musikverein eröffnet mit einem sanften Arioso, in dem sich Holz- und Blechbläser ausgewogen abwechseln. Anschließend begrüßt der Präsident des Rotary-Clubs Uelsen/ Coevorden, Bert Vuijk, kurz die Anwesenden, stellt die vielfältigen karitativen Projekte des Clubs, insbesondere das Ziel des Abends, vor, dankt allen Musikgruppen, die unentgeltlich mitwirken. Es folgt eine Robin-Hood-Suite des Blasorchesters.

19.50 Uhr: Durch Regen und Wind an Feuerkörben vor den Spielstätten vorbei hinauf auf den Bookesch zur lutherischen Kirche. Auch hier zahlreiche Zuhörer. Im Chorraum die Formation „Big Blend“ der Musikschule Niedergrafschaft. Lauter ganz junge Bläser, dazwischen einige erfahrene Grauköpfe. Unter Peter Sleumers Leitung erklingt Lateinamerikanisches, danach ein schön swingendes „Ain’t she Sweet“. Fast schon professionelle Klänge. Gleichzeitig erklingt bei Beckhuis Blasmusik mit „Presto“.

20.05 Uhr: Im Foyer der Volksbank, wie in der Orchestra eines griechischen Theaters, das Kammerorchester der Musikschule: lauter junge Mädchen, die ohne Dirigenten, aber von Els Hoekstra und Monika Neumann als Mitspielenden inspiriert, Sätze aus Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ gestalten. Der Eindruck: mäßige Tempi, aber eine aufsehenerregend saubere Intonation. 20.20 Uhr: Im reformierten Gemeindehaus bieten die „Vechttaler Jungs“ mit Tiroler Hut und Lederhosen stilgerecht Volksmusik dar. Leider viel zu wenig Zuhörer. Es fehlt die Stimmung, die solche Musik braucht.

20.30 Uhr: Das neue Café/Restaurant „Elf31“ ist brechend voll. Das „Duo De Jong“ muss heute leider auf seinen Pianisten verzichten. Also singt Hans de Jong solo zur Begleitmusik vom Laptop gekonnt Broadway-Klassiker.

20.45 Uhr: Im Café Meier ist die Trommelgruppe „Hau dat Fell“ schon mächtig an der Arbeit. Auf ihren afrikanischen Hand- und Basstrommeln bieten sie meisterhaft vertrackte Rhythmen dar.

21 Uhr: Auch die altreformierte Kirche ist gut gefüllt. Vorn agiert der Uelsener Gospelchor unter der Leitung von Jan Leemhuis. Der Sound kommt aus den Boxen. Dazu singt der Chor Texte, die man als musikalische Alltagstheologie bezeichnen kann. Viele Sänger wiegen sich im Rhythmus der Musik. Der Eindruck: One happy family, eine glückliche Familie.

21.15 Uhr: Wieder im reformierten Gemeindehaus. Die Bigband der Musikschule ist erst beim Soundcheck. Es fehlen noch einige Mitglieder, die vorher beim Musikverein mitgewirkt haben. Langsam füllt sich der Saal.

21.30 Uhr: Im Restaurant „Santorini“ machen die Schüttorfer „Lost Tracks“ gerade Pause. Ein kurzes Gespräch, dann sind sie wieder bereit. Von zwei Gitarren begleitet singt die Sängerin Bryan Adams’ „Summer of 69“. Sehr ansprechend. Die Musik bleibt auch auf dem weiteren Weg noch im Ohr.

21.45 Uhr: Der kleine Saal des Alten Rathauses ist überfüllt. Von der Treppe aus gelingt es nur, Hendrik Veldink zu hören; zu sehen ist er nicht. Er ist gerade bei einer Opernparodie, singt mit Frauenstimme „Er hat mich erstochen“, wechselt dann zum Tenor „Ich hab sie erstochen“, mimt auch noch den Chor „Er hat sie erstochen“. Vom Don Giovanni-Duett „L@f0 ci darem la mano“, das er mit Armanda ten Brink parodistisch gestaltet, sind nur die schönen Stimmen, das Klavier, ein wenig Gepolter und das Gelächter des Publikums zu vernehmen.

21.55 Uhr: Die große Kirche wirkt nach den vielen Eindrücken des Abends wie eine „Chill-Out“-Zone. Heinz-Georg Beckmann (Orgel) und Andrea Wortel (Oboe) musizieren ein wunderschönes Andante. In den Beifall erklingt der Ruf „Zugabe“. Eigentlich überflüssig, denn dieses Duett war ein gelungener Abschluss der Musiknacht.

Fazit: Ein bewundernswertes Projekt des Rotary-Clubs, das hervorragend organisiert war und dank des Engagements der Musikschule, des Musikvereins, des Gospelchors und der übrigen Beteiligten trotz des ungemütlichen Wetters hervorragend angenommen wurde und deshalb ein grandioser Erfolg war. Es hieß bezeichnenderweise „1. Uelsener Musiknacht.“ Wir freuen uns schon auf die nächsten.

Grafschafter Nachrichten – 26.01.2009

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